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VMware Alternativen stehen seit der Broadcom-Übernahme weit oben auf der IT-Agenda von Unternehmen. VMware war lange Zeit der «Quasistandard» in der Virtualisierung von Umgebungen. Seit der Akquisition hat sich die Lage jedoch deutlich verändert: Lizenzmodelle, Vertragsbedingungen und Preise werden umstrukturiert. In diesem Blog stellen wir 5 Alternativen vor, vergleichen die Preise und gehen auf Migrationsstrategien ein.


Die Blog-Inhalte stammen aus einem Live-Webinar vom März 2026 mit unseren Experten Marco Nicoletti und Aleksandar Dubovac. Hier geht's zur Webinar-Aufzeichnung auf unserem YouTube-Kanal.

Das Wichtigste in Kürze

Seit der Übernahme von VMware durch Broadcom gibt es starke Veränderungen an der Lizenzierung und an den Kosten. Unternehmen schauen sich jetzt verstärkt nach VMware Alternativen um. VMware bleibt zwar ein zentraler Player im Markt, doch mit HPE Morpheus VM Essentials, Microsoft Hyper-V, Red Hat OpenShift, Proxmox VE oder auch unserem hauseigenen Virtualisierungsdienst first 365 vServer gibt es gute VMware Alternativen.

Welche Option sinnvoll ist, hängt jedoch nicht nur vom Lizenzpreis ab, sondern auch von Betriebsmodell, Know-how, Support, Zielarchitektur und Migrationsrisiko. Entscheidend ist deshalb die eigene Ausgangslage: Wer kurz vor einer Vertragsverlängerung steht, muss anders handeln als ein Unternehmen mit laufendem Mehrjahresvertrag oder eine Organisation, die bereits auf VMware VCF arbeitet. Daraus ergeben sich unterschiedliche Strategien, von der Optimierung der bestehenden Plattform bis hin zum schrittweisen oder vollständigen Wechsel.   

Wer eine Migration prüft, sollte in 4 Schritten vorgehen: mit Bestandesaufnahme, Proof of Concept, schrittweisem Rollout und anschliessender Optimierung. Am Ende geht es nicht um die günstigste Alternative, sondern um die Plattform, die wirtschaftlich, technisch und strategisch am besten zur eigenen Situation passt. 

Aktuelle Marktlage: VMware bleibt stark, aber der Markt bewegt sich

Über viele Jahre war der Hypervisor-Markt vergleichsweise stabil. VMware war in vielen Rechenzentren gesetzt, Alternativen spielten oft nur eine Nebenrolle oder wurden für Spezialfälle eingesetzt.

Diese Stabilität ist vorbei. Seit der Übernahme von VMware durch Broadcom hat sich die Ausgangslage für viele Kunden verändert. Die Wortwahl von Branchenportalen ist sehr deutlich.

Besonders relevant sind die Abschaffung klassischer Perpetual-Lizenzen, die Umstellung auf Abomodelle, die Lizenzierung pro Core und die Mindestanforderungen wie 72 Cores (Infostand per März 2026 im EMEA-Raum).

Die Folge: IT-Verantwortliche prüfen ihre Optionen neu. Nicht zwingend, weil VMware technisch nicht mehr funktioniert, sondern weil Kosten, Vertragslogik und strategische Abhängigkeit neu bewertet werden müssen.

VMware hat nach wie vor einen sehr hohen Marktanteil. Anhand öffentlicher Quellen haben wir folgende Marktübersicht (Schätzung basierend auf öffentlichen Marktdaten) zusammengestellt:

Marktanteile-Grafik 70 Prozent Anteil für VMware

5 VMware Alternativen im Überblick

Im Webinar wurden vier relevante Alternativen näher betrachtet:

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VMware Alternative 1: HPE Morpheus VM Essentials

HPE Morpheus VM Essentials ist besonders interessant für Unternehmen, die eine KVM-basierte Alternative mit Enterprise-Support suchen.

Wir spüren ein starkes Commitment von HPE zu diesem Produkt: es wird gepusht und weiterentwickelt. Positiv ist ausserdem die Interoperabilität mit gängigen Infrastrukturherstellern wie HPE, Veeam, Dell oder NetApp. Dadurch reduziert sich der Vendor‑Lock‑in gegenüber proprietären Hypervisor‑Stacks deutlich.

VMware Alternative 2: Microsoft Hyper-V

Microsoft Hyper-V ist schon seit einiger Zeit am Markt und wird unserer Meinung nach etwas unterschätzt.

Gerade für Unternehmen, die bereits stark auf Windows Server setzen, kann Hyper-V eine pragmatische Option sein. Die Technologie ist etabliert, integriert sich gut in Microsoft-nahe Umgebungen und ist für kleinere bis mittlere Setups eine gute VMware Alternative.

Hyper-V ist vor allem dort interessant, wo keine hochkomplexen VMware-spezifischen Enterprise-Funktionen benötigt werden und das interne Team bereits stark im Microsoft-Stack arbeitet. Auch die Interoperabilität ist gegeben.

VMware Alternative 3: Red Hat OpenShift Virtualization Platform

Red Hat OpenShift ist vor allem für Unternehmen relevant, die Virtualisierung nicht isoliert betrachten, sondern im Kontext einer Cloud-native-Strategie.

Die Lösung ist KVM-basiert und bietet Enterprise-Support. Allerdings ist die Einstiegskomplexität höher als bei einfacheren Hypervisor-Alternativen. Wer OpenShift prüft, sollte deshalb nicht nur die Virtualisierungskosten betrachten, sondern auch die strategische Zielarchitektur.

Diese Option passt vor allem dann, wenn Containerisierung, Kubernetes und moderne Applikationsplattformen bereits Teil der IT-Roadmap sind.

VMware Alternative 4: Proxmox VE

Proxmox VE ist die kostenbewussteste Alternative im Vergleich.

Die Lösung ist Open Source, Community-getrieben und bietet maximale Herstellerunabhängigkeit. Gleichzeitig verlagert sie Verantwortung stärker ins eigene Team oder zum betreuenden IT-Partner.

Der entscheidende Punkt ist deshalb nicht nur der Lizenzpreis, sondern das vorhandene Linux- und Betriebs-Know-how. Proxmox kann sehr attraktiv sein, wenn ein Unternehmen bewusst auf niedrige Lizenzkosten und hohe Unabhängigkeit setzt. Es ist aber keine Lösung, die man ohne internes oder externes Know-how nebenbei betreiben sollte.

VMware Alternative 5: first 365 vServer

Unser managed Service first 365 vServer richtet sich an jene, welche das Virtualisierungsthema an einen  erfahrenen Dienstleister auslagern möchten. Dadurch kann die interne IT deutlich entlastet werden und es entsteht Planungssicherheit dank der monatlichen fixen Kosten.

Gehostet wird die Infrastruktur in unseren professionellen Rechenzentren in Bern und Zürich, die Verwaltung wird ausschliesslich durch unsere Mitarbeitenden vorgenommen und Kundinnen und Kunden haben einen festen Ansprechpartner, der sie kennt und die Bedürfnisse versteht.

Vergleich VMware Lizenzkosten anhand eines typischen Szenarios

Im Webinar wurde ein typisches Szenario verglichen: 3 Hosts, 2 Sockets pro Host, 16 Cores pro CPU, total 96 Cores, total 6 Sockets.

Im Vergleich schneidet VMware VCF deutlich teurer ab, als die Alternativen. Über fünf Jahre gerechnet ergaben sich je nach Plattform erhebliche Unterschiede:

Vergleichstabelle Lizenzkosten VMware Alternativen

Die Vergleichstabelle zeigt:

  • VMware VCF: rund 33’600 Dollar jährliche Kosten

  • HPE VM Essentials: rund 3’600 Dollar jährlich

  • HPE Morpheus Enterprise: rund 15’000 Dollar jährlich+

  • Microsoft Hyper-V: abhängig von OVL/Perpetual

  • Red Hat/OpenShift Virtualization Platform: rund 12’000 Dollar jährlich

    Basis Listpreisen ohne Rabatte in EMEA

Ausgangslage zuerst, Strategie danach

Die passende Strategie ergibt sich aus der Ausgangslage. Eine Migration ist kein Selbstzweck. Sie lohnt sich nur, wenn Vertragslage, Kosten, Risiko und Zielarchitektur dafür sprechen.

Im Webinar wurden drei typische Ausgangslagen unterschieden:

Ausgangslage A: Vertragsverlängerung steht an in weniger als 12 Monaten
Hier besteht ein gewisser Zeit- und Kostendruck. Wenn eine Plattformänderung gewünscht ist, sollte die Evaluation sofort starten. Die wahrscheinlichste Strategie ist ein geplanter Plattformwechsel. Eine Cloud- oder Hybrid-Strategie kann geprüft werden, ist aber eher eine Alternative als der direkte Standardweg.

Ausgangslage B: Laufender mehrjähriger Vertrag
Wenn noch mehr als 18 Monate Vertragslaufzeit bestehen, ist das die beste Situation für eine strategische Evaluation von VMware Alternativen. Unternehmen können Alternativen testen, Kostenmodelle vergleichen und einen Proof of Concept durchführen, ohne unter unmittelbarem kommerziellem Druck zu stehen. Je nach Ergebnis kommen Teilmigration oder Plattformwechsel infrage.

Ausgangslage C: Bereits auf VMware VCF
Wer bereits auf VMware Cloud Foundation ist und mit Kosten, Betrieb und Herstellerstrategie leben kann, muss nicht zwingend migrieren. In diesem Fall steht nicht der Wechsel im Vordergrund, sondern die Optimierung der bestehenden Umgebung. Ergänzend kann eine Cloud- oder Hybrid-Strategie geprüft werden.

Daraus ergeben sich vier mögliche Strategien:

  • Auf VMware bleiben: geringe technische Komplexität, aber höhere Abhängigkeit von Broadcom.

  • Teilmigration On-Prem: kontrollierter Übergang mit reduziertem Risiko, aber parallelem Betrieb zweier Plattformen.

  • Plattformwechsel: klare Reduktion der VMware-Abhängigkeit, aber mit Migrations-, Schulungs- und Integrationsaufwand.

  • Hybrid Cloud / Cloud-First: strategisch interessant bei Anwendungsmodernisierung, aber nicht automatisch günstiger oder einfacher.

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Die Matrix aus dem Webinar bringt es auf den Punkt: Wer bald verlängern muss, sollte rasch entscheiden. Wer noch Laufzeit hat, sollte die Zeit für Tests nutzen. Wer bereits auf VCF ist, sollte vor allem optimieren. Entscheidend ist nicht die populärste Alternative, sondern die realistischste Strategie für die eigene Ausgangslage.

Zur VMware Alternative migrieren in 4 Schritten

Ein Plattformentscheid sollte nicht aus dem Bauch heraus getroffen werden. Im Webinar wurde ein vierstufiger Transitionsplan vorgestellt.

Zuerst braucht es eine Bestandesaufnahme: Welche VMs, Workloads, Applikationen, Abhängigkeiten, Backup-Prozesse und Lizenzen sind vorhanden?

Danach folgt ein Proof of Concept mit nicht-kritischen VMs. Dabei werden Migration, Betrieb, Backup, Monitoring und Performance getestet.

Im Rollout werden die produktiven VMs schrittweise migriert. Wichtig sind Parallelbetrieb, Rollback-Pläne und laufendes Monitoring.

Zum Schluss folgt die Optimierung: Performance-Tuning, Lizenzbereinigung, Dokumentation und Lessons Learned.

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Wichtig bleibt: IT, Finance, Geschäftsleitung und relevante Fachbereiche sollten früh einbezogen werden. Eine realistische Zeitachse liegt häufig bei 12 bis 18 Monaten.

3 konkrete Fragen als Entscheidungshilfe

Die folgenden Fragen helfen Ihnen, sich klar darüber zu werden, wie stark sich eine Migration aufdrängt oder nicht:

  1. Besteht ein strategischer Handlungsbedarf für einen Plattformwechsel (Szenario A oder B?) und welche geschäftlichen, technischen oder finanziellen Gründe treiben diesen Bedarf?
  2. Ist eine Migration unter dem Strich wirtschaftlich und strategisch sinnvoll?
  3. Würde ein erzwungener Wechsel (z. B. bei Vertragsende, Strategie- oder Produktänderung) uns heute unter Zeit-, Kosten- oder Betriebsrisiko setzen?

Eine Migration ist kein «Big-Bang-Projekt», sondern kontrolliertes und systematisches Vorgehen. Wir sind gerne für Sie da, wenn Sie Unterstützung benötigen.

Marco Nicoletti

Die kontinuierliche Weiterentwicklung prägt den beruflichen Weg von Marco Nicoletti seit jeher. Ausgehend von einer fundierten technischen Ausbildung und langjähriger Praxiserfahrung in IT-Infrastruktur und Security hat er sich konsequent in Richtung strategische Verantwortung entwickelt. Heute gestaltet er als CTO und Mitglied der Geschäftsleitung die technologische Ausrichtung des Unternehmens und treibt Innovationen sowie nachhaltige IT-Architekturen voran.

Marco Nicoletti